Schockierende Zustände in deutschen Stadien. Polizei nicht unschuldig.

Es ist schon traurig, wenn man liest und hört, was in deutschen Stadien derzeit abgeht. Deeskalation scheint bei der Polizei nicht mehr möglich zu sein, Ordner sind überfordert, erhalten keine Unterstützung der Einsatzleitung und Fans werden von der Polizei unter Androhung von Strafanzeigen, die ein Stadionverbot nach sich ziehen können daran gehindert die von ihnen bezahlten Plätze zu besetzen. Aktuell geben die Vorfälle in Bochum und Freiburg dem Umgang mit den Fans ein Schreckenszeugnis. Da drängt sich schon die Frage auf: “Sind wir hier noch in einem Rechtsstaat?” Denn was Besucher von Fußballspielen – insbesondere Fans der Auswärtsmannschaften – über sich ergehen lassen müssen, ist fern jeder rechtsstaatlichen Praxis. Demütigende Durchsuchungen sind ja schon an der Tagesordnung und an Prügel muss man sich wohl auch gewöhnen. Das ist erbärmlich.

Es gibt Stimmen, die sich fragen, ob das alles ein großer Komplott, eine Verschwörung ist, die die Vernichtung unabhängiger, kritischer Fanvereinigungen zum Ziel hat. Ich denke nicht. Aber es ist schon offensichtlich, dass die Kluboberen ihre aktiven Fans jedenfalls kaum bis gar nicht unterstützen. Eigentlich müsste man doch meinen, dass ein Präsident oder Manger eines Vereins auf die Barrikaden geht, wenn die Anhänger seines Klubs von Ordnern und Polizei misshandelt werden. Aber an dieser Stelle fehlt in der Regel eine Solidarität gegenüber den aktiven Fans. Und genau das muss angeprangert werden. Denn man kann von den aktiven Fans nicht auf der einen Seite hohe Solidarität und Leidenschaft bei Choreos und Unterstützung fordern und sie auf der anderen alleine lassen, wenn sie mit Repressionen zu rechnen haben.

Da nur noch Macht und Geld zählen, werden wir wohl bald mit italienischen Verhältnissen rechnen müssen. Erbärmlich…

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